27.02.2017

Merkel
(© picture-alliance)
Bundeskanzlerin Merkel hat gemeinsam mit den 26 anderen Staats-und Regierungschefs der Europäischen Union an einem Jubiläumsgipfel in Rom teilgenommen. Die EU-Staats- und Regierungschefs feierten die Unterzeichnung der Römischen Verträge vor 60 Jahren. Am Freitagabend waren sie bereits bei Papst Franziskus zu einer Privataudienz eingeladen.

In der unterzeichneten Erklärung von Rom bekennen sich die 27 Staats- und Regierungschefs der EU zu einer gemeinsamen Zukunft: "Die EU steht vor nie dagewesenen Herausforderungen auf globaler und nationaler Ebene: regionalen Konflikten, Terrorismus, wachsendem Migrationsdruck, Protektionismus sowie sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheiten. Gemeinsam sind wir entschlossen, die Herausforderungen einer sich rasch wandelnden Welt anzugehen und unseren Bürgerinnen und Bürgern Sicherheit und neue Chancen zu bieten. Unsere Union ist ungeteilt und unteilbar."
Erklärung von Rom

Merkel: Ein guter Tag für Europa

Wir wollen ein sichereres, ein beschützendes Europa, was bedeutet, dass wir unsere Außengrenzen besser schützen müssen. Wir wollen ein wirtschaftlich starkes Europa", erklärte die Kanzlerin nach der Unterzeichnung. Alle hätten sich in Rom verpflichtet, dies gemeinsam zu tun – "manchmal vielleicht in unterschiedlichen Geschwindigkeiten, aber immer in eine gemeinsame Richtung."

Merkel verwies auf den Binnenmarkt, der unveräußerlich sei, ebenso wie die vier Grundfreiheiten: Meinungsfreiheit, Redefreiheit, Pressefreiheit, Religionsfreiheit. "Das macht uns gemeinsam stark. Dabei gibt es auch keinerlei Abstriche", betonte sie.

Allerdings müsse die EU jetzt auch Resultate liefern. "Wir haben uns manchmal etwas vorgenommen und es nicht ausreichend untermauert, unterfüttert. Das muss sich in den nächsten zehn Jahren ändern", so Merkel.

Agenda von Rom

"Wir werden gemeinsam – wenn nötig mit unterschiedlicher Gangart und Intensität – handeln, während wir uns in dieselbe Richtung bewegen", legten die Staats- und Regierungschefs in ihrer Erklärung fest. In den kommenden zehn Jahren gehe es vor allem um eine sichere und geschützte, wohlhabende, wettbewerbsfähige, nachhaltige und sozial verantwortungsvolle Union. Diese müsse willens und in der Lage sein, eine entscheidende Rolle in der Welt zu spielen und die Globalisierung zu gestalten.

In der Agenda von Rom bekannten sich die Staats- und Regierungschefs der EU zu sicheren Außengrenzen und einer wirksamen, verantwortlichen und nachhaltigen Migrationspolitik. Europa sei entschlossen, Terrorismus und organisierte Kriminalität zu bekämpfen. Darüber hinaus müsse die Union Wachstum und Arbeitsplätze schaffen und den Binnenmarkt weiterentwickeln. Gerade junge Menschen sollten die beste Bildung und Ausbildung erhalten und auf dem gesamten Kontinent studieren und Arbeit finden können.

Ein stärkeres Europa in der Welt sei jedoch nur möglich durch die Stärkung einer gemeinsamen Sicherheit und Verteidigung sowie die Zusammenarbeit mit der Nato und dem Engagement in den Vereinten Nationen. Darüber hinaus treten die EU-Staats- und Regierungschefs für freien und fairen Handel sowie eine weltweite Klimapolitik ein.

"Wir werden dafür sorgen, dass die Agenda von heute umgesetzt wird, damit sie zur Realität von morgen wird. Wir sind zu unserem Glück vereint. Europa ist unsere gemeinsame Zukunft", mit diesem Bekenntnis endet die Erklärung von Rom.

Die Unterzeichnung der Römischen Verträge am 25. März 1957 gilt als die Geburtsstunde der Europäischen Union. Diese sogenannten "Verträge von Rom" bedeuteten die Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und der Europäischen Atomgemeinschaft (Euratom).

© Bundesregierung

Sie verlassen die mobil-optimierte Website der Deutschen Auslandsvertretung.